Vietnam Teil 16 – Dienstag, 13.02.18

Schwimmender Markt in Cái Răng – 2 Landgänge: Markt, danach Herstellung von Reisnudeln – Cần Thơ – Rückfahrt nach Saigon – Abendessen im Ngon Restaurant Level 23 Wine Bar im Sheraton Hotel

Wer auf einen spektakulären Sonnenaufgang über dem Mekong gehofft hatte, sah sich um 6:35 Uhr getäuscht: Starker Dunst und Wolkenbildung verhinderten, dass die Sonne sich als kompletter Feuerball zeigen konnte.
Unseren nächtlichen Ankerplatz hatten wir seit geraumer Zeit verlassen, und während wir uns am Frühstücksbuffet bedienten, fuhren wir unserem Ziel, dem schwimmenden Markt von Cái Răng entgegen.
Wenig später wurde ausgecheckt, und mit leichtem Reisegepäck stiegen wir mit einigen anderen Mitreisenden um in einen Sampan – die Koffer hatten wir im Hotel in Saigon zurückgelassen.
Das Anlegen von Schwimmwesten war mittlerweile selbstverständlich geworden, und so schipperten wir gemütlich auf den sogenannten „Floating Market“ zu. Leider verlieren diese traditionellen Märkte auf dem Wasser zunehmend ihre Bedeutung, weil es immer mehr Supermärkte an Land gibt, die bequemer zu erreichen sind und ihre Waren günstiger anbieten können.

Markt

Obwohl wir auf unserer Reise schon zahlreiche Märkte besucht hatten, nutzten wir auch hier die kurze Zeit, um Eindrücke von dem bunten Treiben zu sammeln.

Wohnen am Fluss

Auf dem Weg zum nächsten Stopp, wo wir etwas über die Herstellung von Reisnudeln erfahren sollten, fielen mir besonders die Häuser am Flussufer auf. Die größtenteils sehr ärmlichen Behausungen sahen allesamt nicht so aus, als könnten noch weitere Generationen darin wohnen, und nicht wenige von ihnen wirkten gar akut einsturzgefährdet.
Dennoch konnten sich die jeweiligen Besitzer allem Anschein nach wohl glücklich schätzen, denn sie bewohnten immerhin ein Haus mit zumeist mehreren Räumen …

Nach unseren Informationen muss ein großer Teil der Vietnamesen mit umgerechnet etwa 50 $ im Monat auskommen, womit die elementaren Bedürfnisse gerade noch abgedeckt sind. Wer weniger oder gar nichts verdient, ist auf die Hilfe seiner Angehörigen angewiesen. Eine dringend notwendige Operation kann bei einem mittellosen älteren Menschen beispielsweise nur durchgeführt werden, wenn dessen Kinder für einen solchen Fall Rücklagen gebildet haben.

Herstellung von Reisnudeln

Im Video schön zu sehen, wie der dickflüssige Reisteig kreisrund geformt, über einem Feuer erhitzt und dann als dünner Fladen abgehoben wird. Nach kurzer Trocknung wird dieser auf eine Walze gelegt und maschinell in die bekannten dünnen Fäden (Reisnudeln) zerschnitten.
Die Fotos sind übrigens an gleicher Stelle entstanden wie das Video.


Raum mit Internetzugang, Enthaarung von Schweineohren und Fahrt nach Cần Thơ mit Blick auf vermüllte Ufer

Wer hier allerdings mit dem Finger auf Südostasiens Müllproblem zeigt und folgende Überschriften ins Netz stellt:

„Jetzt reicht’s!

Wie der WWF Deutschland die Verschmutzung des Meers durch Plastikmüll in Südostasien eindämmen will“

der sollte sich auch die Frage stellen, wie man beispielsweise den „Export“ von europäischem Elektomüll nach Ghana (s. auch das Video auf der Seite!) einzudämmen gedenkt!
In dem Zusammenhang möchte ich auf sehr sehenswerte Fotos von Pieter Hugo hinweisen!

An dieser Stelle kann lediglich angerissen werden, wie unsere Wohlstandsgesellschaft sich ihren Status erhält und auf wessen Kosten. Eine Diskussion würde diesen Rahmen jedoch bei weitem sprengen!

Cần Thơ bereitet sich auf das Tet-Fest vor

Am Anleger in Cần Thơ empfing uns unser Guide, Herr Thanh, der uns am Vortage zur „Mekong Eyes“ gebracht hatte, dort aber nicht mit an Bord gegangen war.
Gemeinsam bummelten wir die Võ Văn Tần entlang, die für das bevorstehende Fest wunderbar geschmückt war. Verschiedene Hunde, zum Teil sehr Disneylike, kündigten das kommende Jahr des Hundes an. Blumen in leuchtenden Farben und überdimensionale Arrangements, die mit guten Wünschen für das neue Jahr versehen waren, füllten nahezu jeden freien Platz. Überall begegneten uns festlich gekleidete Menschen und ganze Hochzeitsgesellschaften. Man fotografierte und ließ sich begeistert fotografieren. Auch wir mit unseren Kameras mussten nicht lange nach schönen Motiven suchen.

Zurück nach Saigon

Unterwegs gab es noch einen Stopp für ein Mittagessen in einer großen Raststätte. Weil der Weg von Cần Thơ bis Saigon deutlich länger war als der Hinweg bis Cái Bè, erreichten wir erst gegen 17 Uhr das Hotel.
Unsere Zimmer waren während unserer Abwesenheit anderweitig belegt worden. Die Koffer standen in einem separaten Raum. Zu unserer Freude bekamen Mary und ich ein anderes, besseres Zimmer, in dem die Klimaanlage nicht den uns mittlerweile hinlänglich bekannten muffigen Geruch verströmte!
Das Abendessen wollten wir gemeinsam im Ngon Restaurant einnehmen, das unser mitreisendes Ehepaar schon auf Empfehlung von Herrn Thanh am Vorabend ausprobiert und für gut befunden hatte.
Für den „Absacker“ wählten wir die Wine Bar im 23. Stock des Sheraton Hotels, welches schräg gegenüber dem unseren lag und von wo aus wir eine fantastische Aussicht über die Dächer von Saigon hatten.

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