Mauritius Teil 9 – Donnerstag, 17.10.19

Friedhof Plaine Magnien, Chamarel Wasserfall, Seven Coloured Earth, Liverpool Snack, am Strand des Lux le Morne, Rochester Wasserfall

Um zum Chamarel Wasserfall zu gelangen, fuhren wir die ersten 33 km bis zum Informationszentrum „Le Pétrin“ am Eingang zum Black River Gorges National Park auf uns vom Dienstag her noch bekannter Strecke.

Doch zuvor statteten wir dem nahegelegenen Friedhof Plaine Magnien einen Besuch ab.

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie Menschen aus anderen Kulturkreisen ihre Angehörigen beerdigen. Auch die Inschriften auf einigen Grabsteinen – sofern vorhanden – waren für Mary und mich von Interesse. Während bei uns jedoch die meisten Gräber in einem zumindest akzeptablen Zustand sind, waren hier viele kurz vor dem Verfall oder bereits kaum noch als letzte Ruhestätte zu erkennen.

Je weiter wir nach unserem Stopp auf dem Friedhof gen Westen fuhren, desto höher wurden die Berge, und es setzte ein leichter Nieselregen ein. Irgendwann erblickten wir einen Parkplatz mit einem WC und kleinen Verkaufsständen. Die Toilette war willkommen, und bei den Händlern hofften wir Mitbringsel für unsere Enkelkinder zu finden. Froh, Regenjacken dabei zu haben, stiegen wir aus.
Schon nach kurzer Zeit hatten wir tatsächlich drei „Daumenklaviere“ aus Kokoshülsen (s. auch Kalimbas) erstanden.

Überdies fand ich noch einen hübschen Dodoanhänger für meinen Rucksack. Dann ging´s weiter Richtung Chamarel.

 

Chamarel Wasserfall,  Seven Coloured Earth

Für die 10 km bis zum Wasserfall benötigten wir wegen der vielen Kurven fast eine halbe Stunde. Schließlich standen wir noch vor einer Pforte, wo wir den Eintritt bezahlen mussten, mit einigen anderen Fahrzeugen in einer Schlange. Die Abfertigung verlief zügig, und zum Glück war der Eintritt für die „Siebenfarbige Erde“ mit enthalten.
Den spektakulären Wasserfall wollten außer uns noch viele Menschen sehen, und ein Selfie nur mit Mary und mir erwies sich als nahezu unmöglich.

Die folgenden Fotos zeigen das wunderbare Naturphänomen Seven Coloured Earth und sollen für sich sprechen. Eine Erklärung in deutscher Sprache findet der interessierte Betrachter durch anklicken des Links (s. o.). Das fotografierte Schild gibt diese auf Englisch.


Liverpool Snack

Um zu unserem nächsten Ziel, der Halbinsel Le Morne zu gelangen, schlängelten wir uns die zahlreichen Serpentinen hinunter bis an die Küste. Hier strahlte auch wieder die Sonne. Unterwegs gab es noch einen Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick auf das Meer und den Le Morne Brabant bot.

Auf der Suche nach einem Restaurant sprang uns der „Liverpool Snack“ ins Auge. Wie erfreut war der Inhaber, als wir ihm berichteten, dass wir aus Dortmund kämen, der Stadt, in der Jürgen Klopp sieben Jahre lang den BVB erfolgreich trainiert hatte!
Mit einem schönen Blick auf das Meer und die nahegelegene Île aux Bénitiers aßen wir lecker für nur 280 MRU zu Mittag.


Am Strand des Lux le Morne

Der Höhepunkt des Tages sollte nun ein Bad im Meer sein. Dazu fuhren wir auf die Halbinsel und fragten jemanden nach einem Strand, wo wir uns niederlassen könnten, ohne in dem entsprechenden Hotel zu wohnen. Gemäß der Beschreibung parkten wir am Straßenrand, nahmen unsere Badesachen und gingen unter Palmen die wenigen Meter bis zum Meer.

An einer Tauchschule erkundigte ich mich, ob man hier ohne weiteres ins Wasser könne. „Nur mit Badeschuhen, wegen der gefährlichen Steinfische“, so die Antwort. Die hatte ich natürlich vergessen einzupacken! Zu verleihen gab´s keine, und mit Sandalen schwimmen …, na ja …
Mary hingegen hatte ihre dabei, scheute jedoch die Nähe der kleinen Tierchen.

Also suchten wir uns einen Schirm und zwei Liegen, auf denen wir unsere Handtücher auslegten. Wir waren gerade bereit zum Relaxen, als ein freundlicher Hotelangestellter kam und sagte, dass die Liegen gebührenpflichtig seien. Er mache uns jedoch einen günstigen Kurs, und für 500 MRU brächte er uns auch noch Handtücher. Normalerweise müssten wir das Doppelte bezahlen – da könnten wir uns gerne vorne an der Rezeption erkundigen. Da wir nicht im Sand liegen wollten, nahmen wir das überaus preiswerte Angebot an.
Eine erfrischende Dusche am Strand glich meinen Frust, nicht ins Meer zu können, dann auch vollkommen aus!


Rochester Wasserfall

Nach einer guten Stunde Entspannung an diesem wunderbaren Strand machten wir uns langsam auf den Rückweg. Unterwegs gab es noch ein paar schöne Fotomotive, und so erblickten wir irgendwann am späten Nachmittag in Surinam den ersten Hinweis auf den Wasserfall. Das war´s aber auch schon! Zum Glück fuhren wir durch eine kleine Siedlung, wo genügend Einheimische auf den Straßen waren, die wir nach dem Weg fragen konnten. Unser Navi wollte uns nämlich über Souillac führen, was zwar ein Umweg, aber leichter zu finden gewesen wäre.

Schließlich kamen wir an einen huckeligen Feldweg, auf dem ein Melonenverkäufer mit seinem kleinen Lieferwagen stand. Wir seien hier richtig, und ob wir nicht eine seiner herrlichen Melonen kaufen möchten. Später vielleicht, aber zuerst wollten wir zum Wasserfall, denn es war bereits halb sechs.

Ein kurzes Stück durch ein Feld auf einem Trampelpfad, dann eine Böschung hinab, und schon präsentierte sich der Rochester Wasserfall im Licht der bereits tiefstehenden Sonne.

Als wir wieder am Auto ankamen, war der Melonenverkäufer nicht mehr da, und wir machten uns zügig auf den Heimweg. Auch dieses Mal legten wir den Rest der Strecke im Dunklen, aber ohne Regen zurück.
Insgesamt waren wir 153 km gefahren.

 

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