Mexiko Teil 8 – Mérida

11.04. – Nachmittags: Hacienda Yaxcopoil – Hacienda San Pedro Ochil – Cenote Sambulá in Pebá – Mérida

Bis zur Hacienda Yaxcopoil (engl.) waren es vom Hotel gute 30 km. Wir ließen es gemächlich angehen und kamen kurz nach 13 Uhr an. Als wir aus dem Auto stiegen, fühlten wir uns sofort wie in einem Backofen. Es mussten an die 40° sein. Umso mehr schätzten wir unsere kalte Wasserflasche, die wir dick in Zeitungspapier eingepackt hatten.

Kaum hatten wir den Eingang erreicht, kam von irgendwoher ein junger Mann, der das Eintrittsgeld kassierte. Zu unserer Überraschung bekamen wir ein ausführliches Informationsblatt mit Lageplan in deutscher Sprache überreicht. Die Hacienda war teilweise restauriert und lohnte den Besuch. Auffällig war der sehr fleckige und an vielen Stellen sogar schwarz verfärbte Putz, der aussah wie Schwarzschimmel und vielleicht auch ein solcher war. Ähnliche Verfärbungen sahen wir im Übrigen an zahlreichen alten Gebäuden. Sollten Sie, liebe Leserin, lieber Leser wissen, was es mit den „schimmeligen“ Mauern auf sich hat, würde ich mich über eine Nachricht von Ihnen sehr freuen!

Zu unserem Bedauern gab es keine Gastronomie, und man verwies uns an die nahe gelegene Hacienda San Pedro Ochil. Vorher bestellten Mary und ich jedoch noch ein kaltes Erfrischungsgetränk. Im Schatten unter den Arkaden mit Blick auf den schönen Innenhof ließ es sich gut aushalten, zumal ein angenehmer Wind wehte.


Hacienda San Pedro Ochil

Die Hacienda San Pedro Ochil ist eine von über 180 Sisalplantagen rings um Mérida aus der Zeit des Henequen-Booms, der im 19. Jahrhundert begann und seine Blüte im frühen 20. Jahrhundert erreichte. „Henequen“ war die Bezeichnung für die als Faserpflanze genutzte Agave fourcroydes.
Sisal dagegen wurde aus den Blättern der sog. Sisal-Agave gewonnen, die ebenfalls auf den Plantagen angebaut wurde. Diese Naturfaser gehört – trotz ihres Rückgangs – bis heute zu den Wichtigsten weltweit. Aus ihr werden u.a. Taue, Seile und Kordeln hergestellt.
Die meisten Haciendas existieren nur noch als Ruinen, einige wurden zu Luxushotels.

Vom Parkplatz der Hacienda San Pedro Ochil folgten wir den Schildern mit der Aufschrift „Visitantes“. Schon bald trafen wir auf schmale Eisenbahnschienen, die uns zum Hauptgebäude führten. Das letzte Stück gingen wir durch eine sehr schöne Palmenallee. Nur wenige Stufen, und wir standen auf einer überdachten Terrasse. Hier speisten wir in wunderbarem historischen Ambiente. Nach dem Essen fragte ich einen der Bediensteten nach einer Cenote in der Nähe. Es gäbe tatsächlich eine, die auch nicht schwer zu finden sei. Der Kellner holte Stift und Papier und fertigte eine Skizze an. Mit unserem Navi kämen wir nicht weit, denn das würde die Cenote Sambulá in Pebá mit Sicherheit nicht finden! Zum Schluss schauten wir uns noch im Museum um, wo hauptsächlich historische Fotos zu sehen waren.


Cenote Sambulá

Als wir ins Auto einstiegen, gab ich spaßeshalber unser nächstes Ziel ins Navi ein: Und siehe da, die Cenote Sambulá wurde sofort gefunden. Präzise wurden wir die 13 km durchs Niemandsland navigiert. Das letzte Stück ging´s durch Feldwege – aber wir kamen an.
Es gab einen großen Parkplatz, auf dem noch zwei weitere Fahrzeuge standen. Und es gab eine Hütte, wo wir pro Person 20 Pesos (1 €) Eintritt zahlten. Aber das war noch nicht alles: Wir mussten uns tatsächlich auch noch in ein Gästebuch eintragen!
Nach wenigen Metern kamen wir an einen Höhleneingang, in den eine recht steile Treppe hinab führte. Auf dem Höhlengrund war eine Art See mit kristallklarem Wasser, in dem einige Einheimische badeten. Kurz entschlossen zog ich meine Badehose an und stieg die Leiter hinunter. Das Wasser war herrlich erfrischend!

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