Tansania 11.09.-02.10.2018 – Teil 1

Vorbereitungen zu Hause

Tollwut Impfung: Immer wenn wir uns in ländlichen Gebieten außerhalb Deutschlands aufhielten und einem streunenden Hund begegneten, beschlich uns ein mulmiges Gefühl. Was, wenn der Hund uns beißt? Aber erst nach unserer Namibia Reise 2017 ließen meine Frau und ich uns gegen Tollwut impfen, nachdem, wie schon so häufig zuvor, in einem Dorf in der Abenddämmerung ein großer Hund auf uns zu kam, ohne dass weit und breit ein Mensch zu sehen gewesen wäre.

Erstaunt waren wir, wenn sich in Gesprächen mit Reisenden herausstellte, dass nur die wenigsten von ihnen gegen Tollwut geschützt waren, jedoch sämtliche anderen gängigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatten.

Wird man gebissen, kann es in entsprechenden Ländern durchaus sein, dass gerade kein Impfstoff zur Verfügung steht! Und bricht die Krankheit erst aus, führt sie unweigerlich zum Tod!

Übrigens wird schon von manchen Fachärzten bei Türkeireisen zur vorsorglichen Impfung geraten.

Absolut empfehlenswert: Google Übersetzer (deutsch-suaheli), funktioniert ohne Internet und kann sehr hilfreich sein, wenn man z.B. einfach nur Halspastillen o.ä. kaufen möchte. Viele Tansanier sprechen kein Englisch.

Wichtige Dokumente (z. B. Pässe) einscannen und auf dem Handy sichern

Adapter für Steckdosen

Powerbank für den Notfall

Lektüre: Tansania (Marco Polo), da wir privat wohnten und lediglich eine Safari in die Nationalparks geplant hatten, reichte uns dieser kleine Reiseführer

Aktueller Umrechnungskurs
Zum Zeitpunkt unserer Reise: 1.000 Tansania-Schilling (TSh) entsprechen etwa 0,38 €

Hinweis: Da in Tansania überwiegend bar bezahlt wird, hatten wir US-Dollar in kleinen Scheinen dabei. Ansonsten setzte ich die Mastercard überwiegend zum Geld abheben ein. 400.000 TSh (152 €) konnten wir auch mehrfach hintereinander ziehen.
Unsere Dollar haben wir komplett zur Anzahlung unserer Safari verbraucht. Ansonsten haben wir jederzeit mit Tansania-Schilling bezahlt und sind dabei gut gefahren. Kleine Scheine sollte man immer für Trinkgeld etc. dabei haben.

Die „ideale“ Reisezeit war für uns gegeben, da wir nur einmal einen starken Regenguss erlebt haben. Die Temperaturen lagen tagsüber bei 25 bis > 30 ° und nachts in der Regel bei unter 20 °Celsius

Kleidung: helle Sommersachen (auch mit langem Arm) und eine Fleecejacke für die kühlen Morgen- und Abendstunden. Hinweis: Mücken setzen sich gerne auf dunkle Kleidung!

Kleidung mit Mückenmittel einsprühen besonders wegen der Tsetsefliegen in den Nationalparks. Dies empfiehlt sich zu Hause, anschließend gut auslüften lassen

Malaria Prophylaxe

Gelbfieberimpfung je nachdem, von wo man einreist

 

So viel vorab: Unsere Reise „nah am Volk“ bescherte uns sehr intensive Erlebnisse fern von jeglichem Tourismus, von unserer Safari einmal abgesehen.

 

Dienstag, 11.09. Start ab Düsseldorf 15:25 Uhr – Umsteigen in Dubai* – erwartete Ankunft am Kilimanjaro International Airport (KIA) Mittwoch, den 12.09. um 7:45 Uhr


*Umsteigen in Dubai

Als wir gegen Mitternacht in Dubai ankamen und auf der nächstbesten Anzeigetafel unseren Flug zum Kilimanjaro International Airport suchten, trauten wir unseren Augen nicht, denn er war nicht angegeben. Soviel wir auch suchten, wir fanden nirgends den Flug EK2184, der uns um 2:35 Uhr nach Tansania bringen sollte.
Also mussten wir uns durchfragen. Leichter gesagt als getan: Die Flughafenangestellten waren entweder müde oder wussten nicht wirklich Bescheid. Zwischendurch, nachdem wir einige Male in falsche Richtungen geschickt worden waren, fanden wir immerhin einen Schalter, wo wir unsere Bordkarten für den Weiterflug abholen konnten. Hier bekamen wir endlich die verlässliche Information, wo wir hinmussten.
Nicht allzu weit entfernt, vor einer Tür, die nach draußen führte, standen einige Fluggäste, die auf einen Bus warteten und dasselbe Ziel wie wir hatten.
Wir reihten uns in die Warteschlange ein und standen wenig später in einem überfüllten Bus, der uns zu einem weiter entfernten Terminal bringen sollte. Anfangs sahen wir noch Flugzeuge und Lichter, dann fuhren wir durch die Dunkelheit. Später trafen wir übrigens einige Leute, denen es ähnlich ergangen war wie uns.

Nach etwa 20 Minuten erreichten wir schließlich eine Wartehalle, wo wir auf einer Anzeigetafel zu unserer Erleichterung auch unseren ersehnten Flug entdeckten – allerdings mit Zielflughafen Daressalam. Auf meine entsprechende Frage erklärte uns jemand vom Personal, dass wir am Kilimandscharo zwischenlanden würden.
Mit uns warteten auch einige betagte Scheichs mit ihren Söhnen. Die jungen Leute saßen auf Stühlen, während die Alten gewohnheitsmäßig Teppiche ausgebreitet hatten, auf denen sie lagerten.

Nach 10:40 h Flugzeit und 2:40 h Aufenthalt und Wechsel der Airline in Dubai (Flydubai) landeten wir endlich mit ein paar Stunden Schlaf im Gepäck sicher um 7:30 Uhr auf dem Kilimanjaro International Airport. Die Formalitäten wurden in einem erträglichen zeitlichen Rahmen abgewickelt.
Da wir unsere Gastgeber nicht persönlich kannten (die Adresse hatten wir von unserem Tropenarzt bekommen) und bislang nur per WhatsApp miteinander kommuniziert hatten, waren wir froh, als wir am Ausgang des Flughafengebäudes einen Jungen erblickten, der ein großes Blatt Papier mit der Aufschrift „Mary und Rainer“ hochhielt. Es war Samuel, der Sohn von Allen Lekey. Sein Vater stand ein wenig abseits, und nach einer herzlichen Begrüßung gingen wir gemeinsam zu seinem Wagen, wo er unser Gepäck verstaute.

Willkommen in Tansania!

Allen fuhr uns zum Union Café nach Moshi, wo wir ein gutes Frühstück zu uns nahmen. Anschließend hoben wir bei Barclays Bank 400.000 TSh (153 €) ab. Für uns sehr ungewohnt: Vor dem Eingang standen bewaffnete Wachen, die uns, ähnlich wie auf den Flughäfen, sehr akribisch kontrollierten.
Einigermaßen geschafft verließen wir schließlich Moshi in Richtung Mdawi, wo Allen mit seiner Familie und vielen angenommenen Kindern wohnte. Nach wenigen Kilometern bogen wir links in einen Feldweg ein und fuhren von nun an stetig bergauf. Hier erblickten wir zum ersten Male den Kilimandscharo bei klarer Sicht. Der Weg war ausgesprochen rumpelig, und als Allen irgendwann sagte: „Here is my home!“, befanden wir uns in 1.100 m Höhe am Fuße des höchsten Berges von Afrika.

Nach kurzem Hupen wurde das schwere Eisentor aufgeschoben. Langsam fuhr Allen auf den Hof, wo von allen Seiten Kinder und Jugendliche herbeikamen, uns zu begrüßen. Zum ersten Mal machten wir Bekanntschaft mit der Herzlichkeit und Wärme der Menschen dieses Landes: Große und kleine nahmen uns in die Arme, drückten uns oder reichten uns die Hand.
Allens Frau, so hörten wir, war noch im Krankenhaus in Moshi, wo ihre Tochter gerade entbunden hatte. Unser Gepäck wurde sogleich zum Gästehaus gebracht, wo wir von Allen eine kurze Einweisung bekamen.

Auch unser Heim – für 3 Wochen

Spaziergang bergauf zu Allens Kirche

Nach dem Mittagessen und einer Ruhepause kochten wir uns einen Kilimanjaro Tee.
Vorne am Haupthaus erfuhren wir, dass Allen „oben“ in seiner Kirche sei, um Studenten auf das Priesteramt vorzubereiten. Nachdem er jahrelang als Fahrer für ein Krankenhaus tätig gewesen war, hatte er sich entschlossen, Pastor zu werden. Mary und ich wollten gerne den Berg hinaufgehen, um uns die Kirche anzusehen. Neema, eines der älteren Mädchen, fragte, ob sie uns begleiten könne. Wir nahmen sie gerne mit.

Sie zeigte uns die Kirche, in der einigen Kindern von einem Pastor Religionsunterricht erteilt wurde. Wir wollten gerade wieder gehen, als Allen aus einem Nebengebäude kam und darum bat, uns seinen Studenten vorstellen zu dürfen. So standen Mary und ich von einem Moment auf den anderen ein wenig schüchtern vor einer Anzahl angehender und zum Teil nicht mehr ganz jungen Priestern, die uns erwartungsvoll ansahen. Wir fanden nette Worte zur Begrüßung, die Allen vom Englischen in Suaheli übersetzte und waren überwältigt, als die Männer Beifall klatschten.

Als wir zurückkamen, spielten noch einige vorne im Hof Karten. Da auf der Terrasse vor unserer Wohnung Unterricht stattfand, setzten wir uns dazu, und Mary spielte mit (eine abgewandelte Form von Mau-Mau). Am Eingangstor lag derweil der Hund, mit dem wir noch näher Bekanntschaft schließen sollten, wenn er auf seinen abendlichen Streifzügen auch zu uns kam. Dabei zeigte er sich allerdings absolut unaufdringlich und kontrollierte lediglich sein Revier.

Mittlerweile hatte die Dämmerung eingesetzt. Plötzlich erlebten wir eine unangenehme Überraschung: Es gab keinen Strom, und Allen war noch nicht zurück. Unser warmes Abendessen jedoch, das auf offenem Feuer zubereitet wurde, kam pünktlich, und wir nutzten die Lampen unserer Handys. Nachdem einige Zeit verstrichen war, konnten wir die Terrassenbeleuchtung wieder einschalten. Wir kochten noch einen Tee und gingen früh zu Bett.

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