Mauritius Teil 7 – Dienstag, 15.10.19

Hindutempel, Teeplantage, Grand Bassin, Affen (und deren Schicksal), Black River Gorges National Park und Souillac

Auf unserem Weg in die Berge kamen wir nach wenigen Kilometern an einem sehr schönen Hindutempel (Shri Vinayagar Seedalamen Kovil Mahébourg) vorbei, den Mary und ich unbedingt besichtigen wollten. Parkmöglichkeiten gab es genügend, sodass wir schon bald die heilige Stätte betraten, nachdem wir unsere Schuhe vor dem Eingang abgestellt hatten.

Eine Gruppe von vier Frauen brachte Opfergaben dar, während ein noch sehr junger Priester an einem der Altäre ordnend Hand anlegte. Ein älterer Herr, vermutlich ein Gehilfe, erklärte uns die Bedeutung der unterschiedlichen Gebetsstätten.

Draußen trafen wir ein älteres Ehepaar, welches sich über unser Interesse an ihrer Religion erfreut zeigte. Man fragte nach unserer Herkunft, und es entwickelte sich rasch eine angeregte Unterhaltung. Währenddessen kamen die vier Frauen aus dem Tempel und boten uns einige ihrer mitgebrachten Früchte an.
Schließlich nahmen wir mit dem gegenseitigen Wunsch nach mehr Toleranz unter den Menschen Abschied von der kleinen Gruppe.


Teeplantage Bois Chéri

Nach etwas mehr als einer halben Stunde Fahrzeit erblickten wir rechter Hand eine Teeplantage und Frauen beim Pflücken. Der Aufseher erlaubte mir, die Gruppe zu fotografieren.

Anschließend mussten wir ein Stück zurück, da wir den Eingang zur Fabrik verpasst hatten.
An einer Besichtigung der Anlage waren wir nicht interessiert – wir hatten vor Jahren bereits ähnliches auf Sri Lanka gesehen – wohl aber an der Teeverkostung. Ich bezahlte 400 MRU für uns beiden zusammen, und wir mussten einen etwas rumpeligen Weg fahren, ehe wir zu einem landschaftlich sehr schön gelegenen Gebäude kamen. Unterwegs sahen wir aus nächster Nähe eine Herde Rotwild, die völlig ohne Scheu zu sein schien.

Von der erhöht gelegenen Terrasse hatten wir einen wunderbaren Blick auf einen kleinen See und wurden auf diese Weise für die wenig einladende Art der Teeverkostung entschädigt.


Grand Bassin – (Ganga Talao)

Unser nächstes Ziel war der See Grand Bassin, die wichtigste (13.) Pilgerstätte der Hindus außerhalb Indiens. Der gesamte Komplex trägt den Namen Shiv Jyotir Lingam und wird anlässlich des Mahashivaratri-Festes Ende Februar/Anfang März von bis zu 400.000 Pilgern besucht. Aber auch außerhalb der Festtage finden sich Gläubige ein, die dort beten, meditieren, rituelle Waschungen durchführen und an den Götterstatuen Opfergaben darbringen. Diese Statuen sind sehr farbenfroh und interessant anzuschauen. Zu manchen gibt es auch Tafeln mit Erklärungen.

Eine Legende erklärt die Entstehung des Grand Bassin folgendermaßen: Gott Shiva reiste vor vielen Jahrtausenden mit seiner Frau Parvati in einem aus Blumen gefertigten Schiff um die Erde, um ihr die schönsten Flecken zu zeigen. Als sie den indischen Ozean überflogen, erblickten sie eine winzige Insel, auf der die beiden landeten. Dabei schwappten einige Tropfen Wasser des Ganges über, den Shiva bei sich trug. Diese Tropfen flossen in einen erloschenen Vulkankrater, und das Grand Bassin war entstanden. Shiva prophezeite, dass eines Tages die Menschen Indiens auf die Insel Mauritius kämen und den See als heilige Stätte aufsuchen würden.

Wer noch ein wenig mehr über hinduistische Gottheiten erfahren möchte, mag die folgenden Links zur Vertiefung nutzen:
Shiva, Brahma, Vishnu, Parvati, Lakshimi, Ganesha, Ganga, Durga


Eine Affenfamilie

Ganz zufällig, als wir ein Stück am Seeufer entlangspazierten, entdeckten wir ein Affenpaar mit einem Jungen. Ein Elterntier hatte soeben von einem Teller mit Opfergaben ein Brötchen und einen Apfel stibitzt. Die Tiere ließen uns nah herankommen, und so gelangen mir schöne Aufnahmen einer ungestörten Familienidylle.


Shiva und Durga

Gegen 13 Uhr verließen wir die heilige Stätte, nachdem wir uns zuvor bei Einheimischen nach einem Restaurant erkundigt hatten, wo wir zu Mittag einkehren konnten. Man schickte uns nach „La Marie“ einem Ort, der etwa 13 km nördlich vom Grand Bassin lag.
Zuvor machten wir noch Halt an zwei gigantischen Statuen: Shiva und Durga, jeweils 33 m hoch und somit die größten auf Mauritius.

In „La Marie“ gefiel uns das Restaurant „Ebony“ (im Gegensatz zu vielen Bewertern im Internet), denn die Speisen waren gut und unserer Ansicht nach nicht überteuert!

Nach dieser verdienten Pause fuhren wir wieder zurück und am Mare aux Vacoas vorbei bis zum Le Petrin Informationszentrum, dem Eingang zum Black River George Nationalpark.


Im Black River Gorges National Park

Mittlerweile war es 15 Uhr geworden, der Parkplatz war leer und Touristen waren keine mehr zu sehen. An einem Verwaltungsgebäude sagte man uns, dass wir ohne weiteres noch im Park wandern könnten, obwohl das Besucherzentrum schon geschlossen hatte.

Unterwegs kamen uns freundliche junge Leute aus Israel entgegen, die uns netterweise ihre Wanderkarte überließen.

Ohne, dass uns irgendjemand begegnete, spazierten Mary und ich auf einem der ausgewiesenen Wanderwege mitten durch unberührten Wald.


Souillac – Le Batelage

Unser Rückweg sollte uns noch ans Meer führen – so jedenfalls hatten wir es geplant. Also fuhren wir vom Nationalpark aus gen Süden auf Souillac zu. Irgendwann sprang uns am Straßenrand ein Schild mit der Aufschrift „Le Batelage – Seafood & Grill“ ins Auge. Gleich dahinter führte eine kleine Straße ans Meer, wie es schien.
Kurz entschlossen bog ich rechts ab und fuhr auf den nahen Parkplatz.

Das „Meer“ entpuppte sich zunächst als eine langgezogene Flussmündung, an der Ende des 18. Jh. der Vicomte François de Souillac einen Hafen errichtet hatte.
Wir genossen die romantische Stimmung an diesem abgeschiedenen historischen Ort und wollten gerade im Restaurant einen Cappuccino bestellen, als sich vom Meer ein kleines Fischerboot näherte.
Gespannt, ob man etwas gefangen hatte, warteten wir, bis das Boot anlegte. Mit Erstaunen sahen wir, wie die Fischer vier große Thunfische aus dem kleinen Boot hievten. Der Fang wurde mit Wasser abgespült, gewogen und sogleich in Wagen verladen.

Nun wurde es aber Zeit für unser Getränk, denn wir hatten noch fast eine Stunde Fahrzeit vor uns, und es war schon nach 17 Uhr.

Wir erreichten noch im Hellen unser Hotel nach 109 gefahrenen Kilometern.
Beim Betreten unseres Zimmers fanden wir auf unserem Bett eine schöne Überraschung vor.

 

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