Nach „deutscher Zeit“ mussten wir heute um 3:30 Uhr aus den Federn, denn nach lokaler Zeit erwartete uns um 5:30 Uhr das Frühstück. Dafür würde es für uns an den zwei darauffolgenden Tagen moderater zugehen, zumal Mary und ich wegen der Strapazen auf die Besichtigung der Tempel von Abu Simbel am morgigen Tag verzichtet hatten. 4 Uhr wecken, dann 280 Kilometer hin, die gleiche Strecke zurück und alles in 9 Stunden (davon 7 Stunden im Bus!) inklusive Besichtigung – das war uns dann doch zu viel des Guten.
So erfreuten wir uns an dem spektakulären Blick auf den hell erleuchteten Berg mit den Felsengräbern am gegenüberliegenden Nilufer.
Erste Eindrücke am frühen Morgen
Auf dem Assuan-Staudamm
Mit einer Höhe von 111 Metern und einer Länge von 3,6 Kilometern war er bei seiner Fertigstellung am 21. Juli 1970 der größte Staudamm weltweit. Als wir mit der Gruppe schließlich darauf herumspazierten, konnten wir die gewaltigen Ausmaße nicht wirklich ermessen. Im Vergleich hierzu wirkt beispielsweise die Möhnetalsperre aus unserer Heimat wesentlich erhabener – so jedenfalls unser Empfinden.
Beim Nubischen Duftheiler („Philae Essence Palace“)
Die Fahrt zu unserem nächsten Ziel dauerte nicht lange. Die nun folgende Vorführung verschiedener Düfte und Öle war sehr kurzweilig und interessant. Im Gegensatz zu einigen negativen Bewertungen im Netz gab es von keinem unserer Mitreisenden später Klagen, was die Qualität der erworbenen Produkte anging!
Um uns herum
Hier vor dem Geschäft ergab sich eine Ruhepause, weil wir auf einige warteten, die noch mit Einkaufen beschäftigt waren. Ich nutzte die Zeit, um zu fotografieren.
Tempel von Philae
- Boote und Überfahrt
Die Tempelanlagen standen ursprünglich auf der heute überfluteten Insel Philae, wurden dort 1977 bis 1980 abgebaut und etwa 600 Meter nordwestlich auf dem höheren Gelände der Insel Agilkia neu errichtet.
Für die Besichtigung mussten wir also mit einem der zahlreichen Boote übersetzen.
- Besichtigung des Tempels von Philae
Mehr als eine Stunde verbrachten wir unter fachkundiger Führung unseres Guides Amgad in dieser schönen Anlage.
- Menschen abseits der Massen
Felukenfahrt
Keine 30 Minuten, nachdem ich mein letztes Foto von der Tempelanlage auf der Insel gemacht hatte, saßen wir bereits in einem der zahlreichen traditionellen Boote, welche Touristen über den Nil schipperten.
In diesem Zusammenhang möchte ich die große Zuverlässigkeit lobend hervorheben, mit der die Ägypter uns in allen Belangen während unserer Reise begleiteten! Selbst die unterschiedlichen Aktivitäten gingen Hand in Hand ineinander über. So hatten wir niemals längere Wartezeiten zu beklagen, und für unser Wohl wurde jederzeit bestens gesorgt! Nochmals vielen Dank für alles!
- Unter Segeln
Unser Bootsführer war ein netter Herr, der mit seinem Sohn zusammenarbeitete. So kreuzten wir gemächlich auf dem Nil und beobachteten das geschäftige Treiben auf dem großen Fluss.
Irgendwann nahm der Ältere ein Tuch von einem kleinen Tisch und präsentierte einige Souvenirs. Für unsere Enkel kauften Mary und ich je einen Brieföffner aus Sandelholz und Schablonen, mit deren Hilfe man Hieroglyphen zu Papier bringen konnte.
Nach einer knappen Stunde erreichten wir den Anleger, wo wir auf die „MS Nile Excellence“ umstiegen.
Naturfahrt
Anders, als am Tag zuvor bei unserer Buchung angekündigt, hatten wir nur eine kurze Mittagspause, und gegen halb drei bestiegen wir die „Flash“, ein ähnliches Boot, wie das, welches uns am Vormittag zum Philae-Tempel gebracht hatte.
Amgad hatte uns eine interessante und sehr entspannte Tour versprochen. Er sollte recht behalten.
- Erster (kurzer) Landgang und barfuß im Nil
Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt durch das landschaftlich sehr abwechslungsreiche Naturschutzgebiet legten wir zum ersten Mal an. Da diese Boote einen geringen Tiefgang haben, konnte der Skipper bis ans Ufer fahren und dort leicht aufsetzen.
Über eine Art Hühnerleiter half uns einer der Begleiter beim etwas wackeligen Ausstieg. Das Nilwasser sei an dieser Stelle noch sauber, und man könne hier bedenkenlos schwimmen, so sagte man uns. Danach stand mir zwar nicht der Sinn, aber wenigstens mit den Füßen wollte ich einmal im längsten Fluss der Erde gewesen sein. Das Wasser war kristallklar und warm.
Weiter oben waren einige Jugendliche mit ein paar Dromedaren. Wie üblich, konnten sich interessierte TouristInnen gegen ein Bakschisch mit den „Wüstenschiffen“ ablichten lassen oder gar auf ihnen reiten.
Ich machte aus der Ferne einige Fotos, und dann ging´s auch schon zurück aufs Schiff.
- Zweiter (längerer) Landgang
Besuch des nubischen Dorfes Gharb Soheil
(Leider ist die Kameraführung bei dem Video unter Gharb Soheil etwas wackelig. Trotzdem wird ein guter Eindruck über die Anlage vermittelt)
- Willkommen in einem nubischen Haushalt
Bedingt durch die zahlreichen Touristen, welche hier täglich von den diversen Reiseveranstaltern hingebracht wurden, bekamen wir statt Armut einen gewissen Wohlstand präsentiert. Logisch, denn im Urlaub will niemand mit Not und Elend konfrontiert werden. Das ist völlig okay, solange der ausländische Gast nicht falsche Schlüsse aus dem Gesehenen zieht und beispielsweise denkt: „Eigentlich geht es den Menschen hier ja ganz gut …!“ (Bei Interesse mehr dazu in meinem Beitrag „Mauretanien 2007“ unter Wohnen und Familie)
In dem Haus, das wir betraten, gab es eine Besonderheit zu bestaunen: Auf einer Wand war ein ausdrucksstarkes Portrait der Großmutter aufgemalt, die vor nicht langer Zeit im hohen Alter verstorben war. Kurios: Die alte Dame hatte offenbar metallene Bierbecher gesammelt, die sie von Touristen bekommen hatte, wie man uns erzählte, und in einem Raum der Reihe nach an der Wand aufgehängt.
Da im Alten Ägypten Krokodile als heilig galten, hielten einige Nubier in Anlehnung an die ägyptische Mythologie mit dem Krokodilgott Sobek diese Tiere in viel zu kleinen Becken, was auch in diesem Haus der Fall war. Gegen ein entsprechendes Trinkgeld wurden sie von sensationshungrigen Touristen zwecks Foto auf den Arm genommen. Dies war gefahrlos möglich, da man ihnen die Mäuler zugebunden hatte.
Wir bekamen Tee angeboten und durften uns nach Belieben umsehen. Nach einer Weile verließen Mary und ich die gastliche Stätte, nicht ohne zuvor das obligatorische Bakschisch hinterlegt zu haben.
- Entlang der „Hauptstraße“
Nach der bisher komplett geführten Tour hatten wir das Bedürfnis, das Dorf noch ein wenig allein zu erkunden. Für einen Mitteleuropäer waren die Szenarien überwältigend, sofern man sie nicht bereits von früheren Reisen in vergleichbare Länder kannte: Wege und Straßen aus Sand, Dromedare, die überall herumlagen, Menschen, die einen unaufhörlich ansprachen, um Geschäfte zu machen, um nur einige zu nennen …
- Rückfahrt und letzte Eindrücke von Assuan
Auf dem Rückweg zu unserem Schiff – die Sonne stand schon tief – gelangen noch einige stimmungsvolle Fotos mit Feluken, die auf dem Nil kreuzten. Zum Schluss dann noch zwei Aufnahmen bei Dunkelheit.
An diesem Abend blieben wir länger auf, denn am nächsten Morgen war das Frühstück für alle, die nicht an der Abu Simbel Tour teilnahmen, zu 8 Uhr angesetzt.

























































































