Zu nachtschlafender Zeit, kurz vor Sonnenaufgang, fuhr uns ein Bus die knapp 2 Kilometer zum Tempel von Edfu. Schon vor dem Schlafengehen hatte unser Schiff angedockt, sodass wir eine überaus ruhige, aber kurze Nacht in unseren Suiten verbracht hatten.
Am Tempel gehörten wir nicht, wie in Karnak, zu den ersten Besuchern, denn es herrschte bereits ein reges Treiben. Auf dem Weg zum Heiligtum waren Absperrungen derart aufgestellt worden, dass die Touristen gezwungenermaßen unmittelbar an den Ständen der Händler vorbeigeleitet wurden. Diese waren, trotz der frühen Stunde, schon gut in Form, was das Anpreisen ihrer Waren anging. Aber da wir eilig schritten, um nicht den Anschluss zur Gruppe zu verlieren, dabei immer wieder ein freundliches, aber bestimmtes „Shukran“ („Danke“) verlauten ließen, hatten die Verkäufer bei uns keinen Erfolg.
Tempel von Edfu (erste Eindrücke)
Im Innern des Heiligtums
Schnell wurde uns klar, warum dieser Tempel zu den am besterhaltenen in Ägypten zählt: Hinter dem Vorhof ist er nämlich komplett überdacht. Außerdem war er lange Zeit bis fast zu den Kapitellen mit Sand überdeckt, was ihn vor Zerstörung und Witterungseinflüssen bewahrte (s. historisches Foto (8) oben).
Ergänzende Informationen finden sich in der Arbeit von Frank Müller-Römer.
Letzte Eindrücke (mit tierischen Bewohnern)
Noch nicht ganz! Denn als wir den Tempel verließen, waren wir erstaunt darüber, wie wenige Besucher jetzt noch hier verweilten. Sogar das Kassenhäuschen hatte man abgebaut, und der Parcours entlang der Stände war nahezu verlassen. Die meisten Händler hatten sich zurückgezogen. Wahrscheinlich tranken sie in der Nähe Tee, während einige wenige die Auslagen vor Diebstählen sicherten, um später zu wechseln und ihre verdiente Pause zu machen.
Zum Schluss noch zwei historische Gemälde von von David Roberts
Edfu erwacht
Während wir mit dem Bus zum Anleger zurückfuhren, machte ich einige Fotos durch die Fensterscheibe. So entstanden Straßenbilder und ungestellte Fotos von Menschen in ihrer natürlichen Umgebung, wie man sie niemals bekommt, wenn man mit der Kamera ohne starkes Tele suchend durch die Straßen spaziert.
Abschied von Edfu und eine Besonderheit
Als ich um kurz nach 8 die MS Nile Excellence betreten wollte, machte man mich darauf aufmerksam, dass nebenan die Sudan läge. Es handelte sich um das Schiff, auf dem 1978 der Film Tod auf dem Nil mit Peter Ustinov gedreht worden war. Also nichts wie hin und schnell ein paar Fotos gemacht. Wenig später legten wir auch schon ab in Richtung Kom Ombo.
Bilder einer Nillandschaft und deren Bewohner
Besondere Erwähnung verdient der bedeutendste Sandstein-Steinbruch Ägyptens: Gebel es-Silsileh. Von den zahlreichen Fotos gibt es an dieser Stelle eine repräsentative Auswahl:
An diesem Sonntag hatte sich die Schiffscrew etwas Besonderes ausgedacht: Es gab Mittagessen auf dem Sonnendeck im Schatten. Nach den Anstrengungen der zwei letzten Tage genossen alle die Entspannung in vollen Zügen …
Entspannung auf dem Sonnendeck und vorbeifahrende Schiffe
Auffällig war heute, wie viele Schiffe uns entgegenkamen, die alle von kleinen Schleppern gezogen wurden. Es waren dies Dahabijen (traditionelle, luxuriöse ägyptische Segelschiffe), die bei Flaute von kleinen Schleppern gezogen wurden.
Liest man einen Text zur Geschichte der Dahabeya Nilsegelschiffe, so erfährt man Erstaunliches. Hier ein Auszug aus dem Originaltext von Sir John Gardner Wilkinson aus seinem Handbuch für Reisende in Ägypten von 1847: “Das erste was getan werden muss, nachdem ein Schiff gewählt ist, ist dieses zu versenken, um Ratten und andere schädliche Bewohner, die es möglicherweise hat, loszuwerden. Dies sollte am gegenüberliegenden Ufer getan werden, welches das Schiff vor der Nacht verlassen muss; Andernfalls werden die Ratten zu ihren Schlafplätzen an Bord zurückkehren, und die Maßnahme wird nutzlos gewesen sein. Die Kabinen sollten ebenfalls gut gewaschen werden und nach dem Trocknen gründlich gestrichen werden. […]“
Doppeltempel von Kom Ombo
Pünktlich gegen 17 Uhr legte unser Schiff am Doppeltempel von Kom Ombo an. Das Doppelheiligtum ist den Göttern Sobek und Horus als Haroeris gewidmet. Tatsächlich lag es unmittelbar am Nilufer, und wir mussten nur wenige Meter bis dorthin laufen.
Die Sonne neigte sich schon dem Horizont zu und tauchte die alten, ehrwürdigen Säulen in ein goldenes Licht.
Reliefs
Im Nachhinein fällt es oftmals nicht leicht, die abgebildeten Figuren in den Reliefs den entsprechenden Gottheiten zuzuordnen. Sollten KennerInnen der ägyptischen Mythologie beim Betrachten meiner Fotos hier auf Fehler stoßen, würde ich mich über eine korrigierende Mitteilung sehr freuen!
Die letzten Sonnenstrahlen
und wenige Besucher sorgten für eine zauberhafte Atmosphäre.
Nächtliche Impressionen und ein besonderes Museum
Ziemlich pünktlich waren wir mit der Besichtigung des Doppeltempels durch, begaben uns zurück zum Schiff und legten kurz darauf ab in Richtung Assuan. Irgendwann in der Nacht erreichten wir unser Ziel. Bemerkenswert: Unser Schlaf wurde beim Anlegen nicht gestört, denn es war keine Erschütterung zu spüren, so behutsam steuerte der Kapitän das Schiff.




















































































