Teil 2 – Sonntag, 08.05.22 – Monreale/Palermo

Bis zu unserem ersten Ziel Monreale waren es lediglich 22 Kilometer. Weil der Ort 310 Meter ü. d. M. liegt, mussten wir vom Parkplatz aus ein Stück bergauf laufen.

Impressionen auf dem Weg zur Kathedrale Santa Maria Nuova

Schließlich erreichten wir die Kathedrale, die im 12 Jh. erbaut wurde und durch ihren normannisch-arabisch-byzantinischen Baustil die Symbiose dreier verschiedener Kulturen bildet. Selten hatten Mary und ich ein so beeindruckendes Bauwerk gesehen: Von außen trutzig, einer Festung gleich, im Inneren waren die oberen Teile der Wände über und über mit Goldgrundmosaiken bedeckt – insgesamt auf einer Fläche von 6.340 m² (näheres s.o. Link zur Kathedrale).

Die Kathedrale – ein monumentaler Bau mit filigranen Mosaiken

Äußeres
Die Apsiden der Kathedrale sind mit Einlegearbeiten aus schwarzem, weißem und gelbem Stein versehen.

Spaziergang durch die Gassen von Monreale
Nach Besichtigung der Kathedrale führte uns Lucia, unser „local Guide“, durch verwinkelte Gassen bis hin zu einem Aussichtspunkt mit Blick über Palermo. Dort erzählte sie uns auch etwas über den 23. Mai 1992. Damals nämlich wurde der Mafia-Jäger Giovanni Falcone auf Sizilien durch eine Bombe getötet. Jeden Mai, wenn sich das Massaker von Capaci jährt, denken die Menschen an Richter Falcone und seinen hartnäckigen Kampf gegen das organisierte Verbrechen.
Nach einer Weile gingen wir zurück, um den Kreuzgang zu besichtigen.

Kathedrale, Piazza Vittorio Emanuele und Piazza Guglielmo II

Kreuzgang
Gleich neben dem Dom befindet sich der weltweit einmalige Kreuzgang. Insgesamt besteht der quadratische Gang mit einer Seitenlänge von 47 Metern aus Doppel- bzw. Vierfachsäulen, die von Akanthusblättern und figürlichen oder vegetativen Kapitellen bekrönt werden, von dem keines davon dem anderen gleicht. Insgesamt sind es 104 Doppelkapitelle und 5 Viererkapitelle. Die prunkvoll mit goldunterlegten Mosaiken dekorierten Marmorsäulen versetzen jeden Betrachter in Erstaunen. Entstanden ist eine multikulturelle Architektur, wie sie nur im Königreich der Normannen möglich war.

Auf nach Palermo
Nach Besichtigung des Kreuzganges, wo um diese Zeit – gegen halb zehn – außer uns kaum Besucher waren, fuhren wir mit unserem Bus die wenigen Kilometer bis nach Palermo, wo wir in der Nähe der Porta Nuova ausstiegen und unser nächstes Ziel, den Königs- oder auch Normannenpalast ansteuerten.
Hinter dem Tor begann der Corso Vittorio Emanuele , eine der ältesten Straßen von Palermo. Bereits nach wenigen Metern sahen wir auf der rechten Seite schon den Normannenpalast, die älteste königliche Residenz in Europa.
Corrado hatte uns erzählt, dass die prunkvolle Palastkapelle in etwa dem Innenraum der zuvor gesehenen Kathedrale von Monreale im Kleinformat entsprechen würde.

Um ins Innere des Palastes zu gelangen, musste man durch einen Sicherheitscheck, der dem auf Flughäfen in nichts nachstand – außer, dass man seine Wasserflasche mitnehmen durfte.
Welch eine Nachlässigkeit!

Wie vor dem Palast bereits auf überdimensionalen Plakaten angekündigt, befand sich drinnen die große Ausstellung „For Freedom“ des berühmten Fotografen Steve McCurry . Gezeigt werden bis zum 17. Juli dieses Jahres Fotos, die McCurry während der letzten 40 Jahre in Afghanistan gemacht hat: „afghanische Frauen inmitten von Gewalt, Elend und Hoffnungen“. Beim durchqueren der Räume hatten wir Gelegenheit für den einen oder anderen flüchtigen Blick auf die Meisterwerke, die schon oberflächlich betrachtet in ihren Bann zogen.

Innenhof und Fotos von Steve McCurry

In der Cappella Palatina („Palastkapelle“)
Nachdem wir wegen des großen Andrangs ungefähr eine halbe Stunde im Treppenaufgang warten mussten, betraten wir schließlich die wunderschöne Kapelle, die 1132 bis 1140 n. Chr. unter König Roger II. im normannisch-arabisch-byzantinischen Stil errichtet wurde.
Auch hier beeindruckten die Mosaike an den Wänden und in der Kuppel. Die Mosaiksteine bestehen aus farbigem und mit Blattgold verziertem Glas. Die hölzerne Decke erinnert an Tropfsteinhöhlen und bildet mit ihrer Schnitzkunst ( Muqarnas ) ein besonderes Stilelement der islamischen Architektur. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cappella_Palatina)

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