Namibia 24.04.-13.05.2017 – Selbstfahrerrundreise – Teil 1

Vorbereitungen zu Hause

Tollwut Impfung: Immer wenn wir uns in ländlichen Gebieten außerhalb Deutschlands aufhielten und einem streunenden Hund begegneten, beschlich uns ein mulmiges Gefühl. Was, wenn der Hund uns beißt? Aber erst nach unserer Namibia Reise 2017 ließen meine Frau und ich uns gegen Tollwut impfen, nachdem, wie schon so häufig zuvor, in einem Dorf in der Abenddämmerung ein großer Hund auf uns zu kam, ohne dass weit und breit ein Mensch zu sehen gewesen wäre.
Erstaunt waren wir, wenn sich in Gesprächen mit Reisenden herausstellte, dass nur die wenigsten von ihnen gegen Tollwut geschützt waren, jedoch sämtliche anderen gängigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatten.
Wird man gebissen, kann es in entsprechenden Ländern durchaus sein, dass gerade kein Impfstoff zur Verfügung steht! Und bricht die Krankheit erst aus, führt sie unweigerlich zum Tod!
Übrigens wird schon von manchen Fachärzten bei Türkeireisen zur vorsorglichen Impfung geraten.

 

Wichtige Dokumente (z. B. Pässe) einscannen und auf dem Handy sichern

Adapter für Zigarettenanzünder (12-24 V) mit 2 USB Anschlüssen zum Aufladen der
Handys etc. während der Fahrten (unbedingt vorher ausprobieren!!!)

Adapter für Steckdosen (manchmal findet man zwar in den Lodges unsere Formate, aber
nicht immer!)

3-fach Steckdosenleiste (ausgesprochen hilfreich, da es oftmals nur eine Steckdose in der
Lodge gibt)

Powerbank für den Notfall

Straßenkarte, falls das Navi mal unzuverlässig ist

Aktueller Umrechnungskurs
Zum Zeitpunkt unserer Reise: Etwa 14 Namibia Dollar (NAD) entsprechen 1 €

 

Montag, 24.04. Start ab Frankfurt 20:40 Uhr – erwartete Ankunft in Windhoek am 25.04. ca. 5:35 Uhr

Der Nachtflug verlief unproblematisch, und nach fast 10 Std. und 8125 km begann endlich der Landeanflug! Doch 80 m über dem Boden – wie der Pilot uns später berichtete – zog er die Maschine wieder hoch. Die Passagiere wurden darüber informiert, dass eine sichere Landung wegen starken Nebels im Moment nicht möglich sei. Daher müssten wir nach Johannesburg, um Kerosin aufzutanken, um notfalls auf dem Rückweg über Windhoek kreisen zu können, falls der Nebel sich bis dahin nicht aufgelöst hätte.

Bis Johannesburg sind es immerhin fast 1200 km, sodass wir schließlich mit fast 5 stündiger Verspätung auf dem Hosea Kutako International Airport in Windhoek bei 14° Außentemperatur und guter Sicht landen konnten.

 

WICHTIG:

Mietwagen: Gründliche Überprüfung (unabhängig vom Anbieter): Reifen, Bremsen, Klimaanlage, Navi, automatische Verriegelung des Fahrzeugs unmittelbar nach dem Anfahren (schützt z.B. vor etwaigem Öffnen der Türen an Ampeln), Bekannten von uns wurde in Windhoek auf ähnliche Weise eine Kamera vom Rücksitz entwendet.
Reisezahlungsmittel: Kreditkarte (günstige Umrechnung!), Namiba Dollar (am besten direkt am Flughafen) und Euro zum Tausch für den Notfall. Wir konnten in sämtlichen gebuchten Lodges mit Kreditkarte bezahlen.
Trinkgeld empfielt sich bar in Namiba Dollar (N$). Für die Tippbox an der Rezeption hat der Chef oftmals den Schlüssel!
An etwa 50 % der Tankstellen wurde ausschließlich Bargeld akzeptiert.
Eintritte meistens Cash.

Anmerkung:
Viele gute Tipps hat uns wieder Frau Hüls aus unserem First Reisebüro gegeben, für die ich ihr an dieser Stelle sehr danken möchte!

Nach endlosen Formalitäten (jeder Passagier wurde fotografiert) – Vertrag am Hertz Schalter, Prüfung und Übernahme unseres Mietwagens, einem Toyota „Fortuner“, Beschaffung von Namibia Dollar – erreichten wir endlich mithilfe unseres iPhones und der darauf installierten kostenlosen App Magic Earth nebst herunter geladener Namibia Karte unsere erste Lodge „River Crossing“. Zuvor waren wir noch nach Windhoek gefahren, um uns im erstbesten Supermarkt mit reichlich Wasser einzudecken.

Bei mittlerweile angenehmen Temperaturen nahmen wir auf der Terrasse einen kleinen Imbiss zu uns und genossen den Blick auf die noch grünen Hügel. Die Regenzeit war gerade vorbei, und wir befanden uns im Übergang zum kühlen und trockenen Winter.

Auf unseren Wunsch bestellte man uns zu 16 Uhr ein Taxi mit einem ortskundigen Führer, der uns Katutura zeigen sollte. Diese Vorstadt von Windhoek wurde in den 1950er Jahren nach dem Vorbild der südafrikanischen Apartheidspolitik geschaffen, um aus Windhoek eine „weiße“ Stadt zu machen. 1959 begann man mit der Zwangsumsiedlung der im Stadtgebiet wohnenden Schwarzen. Obwohl es einen Aufstand gab, mussten sich die Schwarzen, wie so häufig in der Geschichte, der Macht der Weißen beugen. Die Herero nannten die neue Vorstadt „Katutura“, was bedeutet „der Ort, an dem wir nicht leben möchten“.

Vorläufig letzte Impressionen von Windhoek vor unserer Rundreise

Mit sehr vielfältigen Eindrücken von Katutura und einigen Impressionen von Windhoek, die durch unseren kundigen Begleiter durch zahlreiche Informationen ergänzt wurden, kamen wir bei Einbruch der Dunkelheit gegen 18 Uhr an der River Crossing Lodge an.
Zum Dinner aß ich mein erstes Oryx Steak, das hervorragend schmeckte. Mary hatte Seehecht gewählt und war ebenfalls sehr zufrieden.
Am Nebentisch speisten weiße Namibier, die sich auf Afrikaans unterhielten, wie Mary später in Erfahrung brachte.

Im Zimmer war es mittlerweile recht kühl geworden, und wir freuten uns, dass wir lange Pyjamas im Gepäck hatten, die wir allerdings während unserer gesamten Reise nie wieder benötigen sollten!

Gesamtstrecke und Daten zur Rundreise

Die komplette Tour betägt 4.228 km. Darin sind sämtliche Abstecher mit z. T. beträchtlichen Entfernungen enthalten, wie z. B. die Fahrt von der Namibia Desert Lodge bis zum Dead Vlei über 250 km (s. o.).

Zur maximalen Geschwindigkeit auf Schotter- oder Sandpisten sei vorab gesagt, dass die meisten schweren Unfälle durch zu schnelles Fahren passieren! Für uns ein Grund, 70 km/h selten zu überschreiten. Häufig genug hatten Fahrzeuge vor uns mit ihren Profilen nach Regenfällen tiefe Rillen in den Boden gegraben, die nun während der beginnenden Trockenzeit betonhart geworden waren, sodass man ordentlich durchgerüttelt wurde und erst gar nicht auf die Idee kam, das Tempo zu forcieren.

Durch diesen Umstand, regelmäßigen Fahrerwechsel, kleine Pausen zwischendurch, sowie zahlreiche Fotostopps bewegten wir uns zwar nicht so schnell von der Stelle wie manch andere Reisende, mit denen wir immer mal wieder ins Gespräch kamen, hatten dafür aber auch zu keiner Zeit das Gefühl, an den Grenzen unserer Belastbarkeit angelangt zu sein!
Mit dem Toyota Fortuner hatten wir ein komfortables Fahrzeug, das uns nie im Stich ließ. Die Allrad-Variante wurde von uns nicht vermisst!

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