Namibia Teil 3 – Donnerstag, 27.04.17

Africa Safari Lodge – Köcherbaumwald (30km) – Canyon Village Lodge

An diesem Tag hatten wir eine Strecke von insgesamt 428 km vor uns, davon mehr als 100 km Schotterpiste.
Unterwegs stand bei Keetmanshoop der Besuch des Köcherbaumwaldes an (s. „Kokerboom“ auf der Karte), wo wir auch unsere Mittagspause machen wollten. Dafür hatten wir uns in der Lodge ein Lunchpaket mitgeben lassen.

Nach unserer Pause auf einer Bank im Schatten verließen wir die B1 und fuhren nach Keetmanshoop hinein, wo wir uns eine Tankstelle suchten. Dann ging es weiter auf der B4 Richtung Seeheim.
Anstatt uns auf die Beschreibung von DERTOUR zu verlassen, die uns auf die D545 schicken wollte, wählten wir die C12, weil wir meinten, dies sei die bessere Straße.
Welch eine Fehleinschätzung! Die ersten Kilometer waren das Schlimmste, was uns auf der gesamten Tour begegnete! Tiefe, von schweren Regengüssen ausgewaschene Rillen quer zur Fahrbahn, durch die wir nur Schritttempo fahren konnten, dann eine holprige Piste mit viel Gestein, was ebenfalls ein rasches Fortkommen unmöglich machte.
Kurzum: Ich sah uns im Dunkeln in der Lodge ankommen.

Schließlich mussten wir noch durch ein breites Flussbett, das zum Glück ausgetrocknet war!
Als wir wenig später an einer T-Kreuzung angelangten, sagte unser Navi „rechts abbiegen“, die Beschreibung jedoch schickte uns nach links.

Ziemlich entnervt von der letzten stressigen Dreiviertelstunde blieben wir erst einmal ziemlich ratlos stehen. Plötzlich sahen wir am Horizont eine Staubwolke, die sich rasch auf uns zubewegte. Wenig später hielt neben mir ein Wagen mit einem deutschen Paar. Der junge Mann war sich sicher, den Weg zu kennen, und wir fuhren hinter den beiden her in die Richtung, die uns das Navi angegeben hatte. Später stellte sich heraus, dass uns ein Denkfehler unterlaufen war, weil wir die ganze Zeit auf der C12 gewesen waren, uns jedoch wegen der schlechten Wegstrecke auf der D545 gewähnt hatten!

Wie erleichtert waren wir, als wir schließlich nach 47 km ein Schild erblickten, das uns den Weg nach rechts zum Fish River Canyon wies, der uns auch zur Canyon Village Lodge führen sollte.

Gegen 16:30 Uhr betraten wir die Rezeption unserer dritten Lodge. Man forderte uns auf, einzuchecken, aber wir waren so durstig, dass wir zuerst an die Bar und ein kaltes Bier trinken wollten. Die eifrige Angestellte hatte Verständnis und ließ uns gehen.
Der Barkeeper stellte sich mit „Alexander“ vor und zapfte durch. Wir kamen ins Gespräch, denn wir waren im Moment die einzigen Gäste. Er fragte uns, ob wir um 17 Uhr – also in 10 Minuten – mit zum „Sundowner“ kämen. Es sei nur ein kleiner Spaziergang zu einem nahegelegenen Felsen, von dem aus man sehr schön den Sonnenuntergang beobachten könne. Obwohl wir ziemlich
k. o. waren, reizte uns das Angebot. Wir vereinbarten mit der jungen Dame an der Rezeption, dass wir direkt nach dem Sundowner zum Einchecken kämen.

Die beiden Deutschen, welche uns zuvor geholfen hatten, waren ebenfalls mit von der Partie, und so machte sich eine Vierergruppe pünktlich um 17 Uhr mit Guide Alexander auf den Weg, einen Sonnenuntergang anzuschauen und im Bild festzuhalten. Die eigentliche Überraschung aber sollte auf uns warten, nachdem wir einen kleinen Felsen erklettert hatten!

Nach dem wirklich sehr schönen Spaziergang erledigten wir endlich unsere Formalitäten an der Rezeption und bezogen unseren Bungalow. Als wir zum Abendessen gingen, war es bereits dunkel. Dennoch ließ sich die spektakuläre Lage unserer Lodge selbst beim spärlichen Licht der kleinen Lämpchen an den Wegesrändern erahnen.

Das Dinner gab es in Buffetform und wurde auf einer großzügigen Terrasse eingenommen. Man durfte zwischen zwei Vorspeisen und zwei Desserts wählen. Wir probierten erstmalig Kudugoulasch und waren begeistert. Für eine romantische Tischbeleuchtung sorgten kleine Solarlampen, die auf hübsch dekorierten Gläsern als Deckel auflagen.

Ein wenig erschöpft, aber sehr zufrieden genossen wir den schönen Abend. Über uns wölbte sich ein fantastischer Sternenhimmel, und mit Alexanders Hilfe entdeckten wir sogar das „Kreuz des Südens“!

2 Comments

  1. Hallo Rainer,
    der Köcherbaumwald mit dem Wolkenbild dahinter ist einfach herrlich. In der Canyon Village Lodge haben auch wir uns richtig wohl gefühlt. Die nächste große Afrikareise von uns machen wir auch als Selbstfahrer. Im Sommer geht es nach Südafrika und wir sind schon eimal sehr gespannt.
    Eine tolle Seite habt Ihr hier mit richtig schönen Bildern. Da macht das Durchblättern richtig Spaß.
    Viele Grüße aus Süddeutschland
    Anne

    • Rainer

      Hallo Anne,
      schön, dass dir meine Seite gefällt. Ich wünsche dir viele gute Eindrücke in Südafrika und würde mich freuen, von dir zu hören!

      Beste Grüße aus Dortmund

      Rainer

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