Samstag, 07.02.2026 – Tal der Könige, Alabaster Fabrik, Hatschepsut-Tempel und Memnon-Kolosse (Theben-West)

Auch heute mussten wir um 4:30 Uhr MEZ aus den Federn. Das Frühstück war prima und entschädigte für das frühe Aufstehen. Zum Tal der Könige brauchte der Bus eine halbe Stunde. Hier waren wir ebenfalls im Jahre 2011 gewesen und hatten die Besichtigung wegen der Hitze und der schlechten Luft in den Grabstätten als recht anstrengend in Erinnerung. Mittlerweile waren Mary und ich 15 Jahre älter, dafür aber zwei Monate früher vor Ort.
Vom Besucherzentrum aus fuhren wir mit offenen Elektrowagen bis hoch zu den Gräbern. Um kurz nach 9 war die aufkommende Hitze bereits deutlich spürbar.

Im Tal der Könige

Die Nekropole war bereits gut besucht, aber Amgad, unser Guide, führte uns sehr zielstrebig an den Schlangen wartender Menschen vorbei zur Grabstätte Ramses III. (KV11), die wir unverzüglich betreten konnten. Übrigens wurden die Gräber im Tal der Könige in der Reihenfolge ihrer Entdeckung durchlaufend nummeriert, wobei die Buchstaben KV die englische Abkürzung für Kings’ Valley bedeuten.
Wir konnten uns wahlweise drei Gräber anschauen, die im Ticketpreis enthalten waren. Es wäre auch möglich gewesen, noch weitere (z. B. das des Tutanchamun) gegen Aufpreis zusätzlich zu besichtigen. Daran war jedoch niemand interessiert.

Ramses III. (KV11)

Bevor wir in die nächste Grabstätte konnten, die Amgad für uns vorgesehen hatte, mussten wir wegen des Andrangs einen Moment warten. Zum Glück gab es eine überdachte Stelle, denn die Sonne brannte mittlerweile erbarmungslos vom wolkenlosen blauen Himmel, und die Hitze staute sich in dem engen Tal.

Sethos II. (KV15)

Bis zur letzten Grabstätte mussten wir, wie schon zuvor, nicht weit laufen. KV14 zählt mit einer Gesamtlänge von über 112 m zu den größten Gräbern im Tal der Könige. Gemessen an der Anzahl von Fotos, die wir machten, war sie für uns auch die Beeindruckendste. Da man sich während der Besichtigung der Gräber permanent in einem Strom von MitbesucherInnen bewegt und in den Gängen immer nur kurz stehen bleiben kann, um zu fotografieren, lassen sich die unfassbar schönen Malereien nicht wirklich in ihrer Großartigkeit begreifen. Aber in der jetzigen Stille, da ich diese Seiten meiner Homepage mit der nötigen Ruhe gestalte, erfährt die Größe der Menschen, welche vor mehr als 3000 Jahren diese Kunstwerke geschaffen haben, eine angemessene Würdigung (erstellt am 08.04.2026).

Tausret und Sethnacht (KV14)

Mehr unter: Lexikon der ägyptischen Götter und Mythen von A – Z

Als nächstes stand der Besuch einer Alabaster Fabrik auf dem Programm. Bereits auf der Fahrt dorthin erfuhren wir, dass die Besichtigung des Hatschepsut-Tempels aus Sicherheitsgründen ans Ende unserer Tour verlegt werden müsse, weil Tiffany Trump im Moment dort sei. Zum Glück mussten wir uns nicht in einen langen Stau einreihen, da unser Busfahrer als Ortskundiger über einen „Schleichweg“ zum nahen Ziel gelangte.

Morsy Alabaster Factories

Hier wurden wir mit viel Tam-Tam begrüßt: Ein dynamischer Herr im traditionellen Dschallabija weihte uns fließend Deutsch sprechend in die Geheimnisse rund um die Alabaster Verarbeitung ein. Dabei wurden besonders eingängige Passagen von drei weiteren Männern refrainartig wiederholt und mit Klatschen und Trommeln untermalt.
Dann ging´s in die Ausstellung. Hier wurden dann endgültig die Sinne verwirrt angesichts einer nahezu unüberschaubaren Breite an Produkten. Die vielen verschiedenen Farben verstärkten diesen Eindruck zusätzlich.
Qualität von billigem Ramsch zu unterscheiden – für den Laien unmöglich! Positiv zu vermerken: Niemand wurde bedrängt.
So galt die goldene Regel: Man kaufte, was gefiel und bezahlte, was es einem wert war …

Im Vorbeifahren

Memnonkolosse

Auch zu dieser Sehenswürdigkeit dauerte die Fahrt nur wenige Minuten. Bedenkt man, dass wir erst Anfang Februar hatten, so war die Hitze um 12, dem Zeitraum unserer Besichtigung, für uns Mitteleuropäer schon enorm.
Von einem leicht erhöhten Plateau ließen sich die gewaltigen Statuen gut fotografieren. Mit einer Höhe von etwa 14 Metern flankierten sie ursprünglich den Eingang zum Tempel des
Amenophis III., dem größten jemals in Ägypten erbauten Tempel. Leider präsentierten sich die beiden Kolosse nach mehr als 3000 Jahren in keinem guten Zustand. Übrigens dienten sie als Vorbild für die Tugendfiguren in der Ruhmeshalle des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig.

 

 

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