Teil 15 – Sonntag, 12.09.2021 – 6. Wanderung von Aschau nach Sachrang

Hier im tiefen Süden Deutschlands machen Mary und ich uns gegen 12 Uhr startklar für die längste Wanderung unseres Lebens.
Dazu fahren wir mit dem Auto bis nach Aschau und parken an der Tourist Info – wie auf meinem Plan angegeben – den ich bei unserer Ankunft von unserer Ansprechpartnerin der Agentur ciao-Aschau Joana Krewinkel bekommen hatte.

Die Tour geht von Aschau nach Sachrang an der Prien entlang, ist mit 13,6 km, einer Dauer von 4:00 h und, was für uns wichtig ist, mit Schwierigkeit „leicht“ angegeben. Auf dem Parkplatz erfrage ich von Einheimischen, dass wir keine Wanderschuhe benötigen.

Mit Brötchen, genügend zu Trinken und der Überzeugung, dass wir es schaffen, machen wir uns auf den Weg, welcher uns direkt zur Prien führt. Bereits nach wenigen Schritten treffen wir auf eine Besonderheit dieser Region: Ein Bankerl, das Teil des sogenannten Bankerlweges ist. Insgesamt befinden sich in Aschau und Sachrang über 470 Sitzbänke, davon 200 ganz besondere Themenbänke. Vor einer solchen stehen wir gerade: Sie trägt die Nummer 160 und ist Carolin Reiber gewidmet.

Für die Beschreibung unserer Route beziehe ich mich im Folgenden in Auszügen und mit leichten Veränderungen auf die Angaben meiner Wanderkarte der Tourist Info, 83229 Aschau i. Chiemgau: „Die schönsten Wander-, Rad- und Mountainbike-Tipps“.

Der Weg Nr.12 ist identisch mit dem beschilderten „Grenzenlos“-Wanderweg und erschließt das reizvolle obere Priental von Aschau bis Sachrang. Da es sich nicht um einen Rundwanderweg handelt, müssen wir von Sachrang mit dem Bus zurück oder nach halber Strecke umkehren. Notfalls nehmen wir ein Taxi.

Man begibt sich auf den Spuren der Prientaler Flusslandschaft und kommt an vielen Informationsstationen entlang der Prien vorbei. Sie ist einer der längsten Wildbäche Bayerns (45,7 km) und nach der Tiroler Achen der zweitgrößte Zufluss zum Chiemsee. Wir gehen eine landschaftlich ausgesprochen reizvolle und abwechslungsreiche Strecke. Mal geht es durch Wald, dann über grüne Auen und nur ganz kurz an einer Straße entlang. Dabei sind die Temperaturen ideal zum Wandern und, sobald wir uns der Prien nähern, weht von ihr eine erfrischende Brise zu uns herüber.
Bei Schossrinn machen wir einen Abstecher zum nahen Wasserfall, der aber nur nach Regenfällen spektakulär anzusehen ist.

Irgendwann begegnen wir dem sogenannten „Trockenfall der Prien“, was bedeutet, dass schon nach wenigen trockenen Tagen der Fluss versickert und unterirdisch weiter verläuft, um etwas weiter im Flusslauf, wenn die unterliegenden Schichten felsiger werden, wieder an die Oberfläche zu gelangen. Nachdem Mary und ich mit einigen Pausen mittlerweile mehr als vier Stunden unterwegs sind, sehnen wir so langsam das Ende der Wanderung herbei, aber noch haben wir knapp 3 km vor uns.
Endlich sehen wir die ersten Häuser von Sachrang, dann die Pfarrkirche St. Michael (17. Jh.), die zu den eindrucksvollsten Landkirchen bayerischer Barockkunst zählt. In Aschau gehen Mary und ich gleich hinter der Tourist Info noch für ein paar Runden ins Kneippbecken, unsere strapazierten Füße kühlen, was ihnen und uns ausgesprochen guttut.
Danach entspannen wir eine Weile auf zwei ausgesprochen skurrilen Schaukeln, die an langen Ketten an einem Baum hängen.

Bliebe noch festzuhalten, dass wir mit dem Abstecher zum Wasserfall gute 15 Kilometer gewandert sind, für die wir, einige Pausen mit eingerechnet, rund 4:45 h benötigt haben. Zum guten Schluss sind wir uns beide einig: Für unser Alter sind wir noch ganz gut drauf.
Mit einem zufriedenen Gefühl fallen wir schließlich um 22 Uhr ins Bett und schlafen fast acht Stunden durch …

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